Susanne Neiss SpielEnde

Susanne Neiss SpielEnde

Vernissage:  Freitag 7.9. & Samstag 8.9.2018 ab 20 Uhr

Ausstellung bis 28.10.2018

Öffnungszeiten:       Mi & Do   nach Vereinbarung // Fr   20 – 02 Uhr

Die Sommerpause ist vorbei! Wir freuen uns auf die Ausstellung der Mannheimer Künstlerin Susanne Neiss mit ihrer beeindruckenden Fotoserie “SpielEnde”.

Susanne Neiss operiert an der Schnittstelle zwischen Fotografie und Malerei. Ihr strukturelles Denken ist auf das collagehafte Zusammensetzen von Bruchstücken gerichtet. Wie einer Architektin von Psychoräumen gelingt es ihr, Bilder von Gewesenem mit dem Ausblick auf etwas, das noch nicht stattgefunden hat, zu verschwistern. Auf bodenlos Abgrundhaftes folgt Lichtmalerisches. Die Künstlerin fertigt Landschaftsbilder der Seele, die anrühren. Solch ein Kopfkino in der bildenden Kunst ist selten. Hier werden uns Zustände im übergang präsentiert. So weich diese Werke das Nichtverweilen des glücklichen Augenblicks in einen farblichen Verwandlungsfluss kleiden, so präsent werden meditative Erfahrungen, wenn der Betrachter sich ihnen hingibt. Schon ein Blick auf die Titelgebung der fotografischen Serien erweist sich als aufschlussreich. Zu den wichtigsten Projekten zählen: „sometimes” (2006), „Alice” (2007), „redrum„ (2010), „lost„ (2010), „SpielEnde” (2010), „screen” (2010), „ysland” (2013), „tabu” (2015) und „blow” (2015). Verlorenheit und Geheimnis bedingen einander. Magie und Dynamik halten sich die Waage. Dieser Doppelblick schlägt sich narrativ nieder in einer gelungenen Verbindung von existentiellen, nach innen gewandten Fragestellungen und einem lebendigen, unsentimentalen Technik- und Materialeinsatz.
Susanne Neiss hat jahrelang analog gearbeitet, seit 2015 (mit Beginn der Arbeit an „blow”) nutzt sie auch digitale Möglichkeiten der Bildbearbeitung. Früher hat sie Diafilme und verglaste Dias bemalt, heute erfolgt das übereinanderlegen der Bildebenen am Computer.
Das, was in ihrem Bildbau im weitesten Sinne als szenisch ausgemacht werden kann, ist im Wesentlichen nicht arrangiert. Scheinbar austarierte Systeme rutschen immer leicht aus dem Gleichgewicht. Das wirkt verunsichernd und betörend zugleich.
Wer sich in die serielle Präsentation des kompletten Bildkosmos′ von Susanne Neiss hineinziehen lässt (entweder suggestiv an der Wand ausgebreitet oder als Künstlerbuch zum Durchblättern), der bekommt Zugang zu einer komplexen Erlebnisschleife der ungewöhnlichen Art.

Christoph Tannert, künstlerischer Leiter, Künstlerhaus Bethanien, Berlin