ANDREA DIEFENBACH

ANDREA DIEFENBACH

Vernissage:  Freitag 30.09. & Samstag 01.10.2016 ab 20 Uhr

Ausstellung bis 27.11.

Öffnungszeiten:       Mi & Do   nach Vereinbarung // Fr   20 – 02 Uhr

OFF//FOTO

Andrea Diefenbach zeigt Bilder aus ihrer vielfach publizierten Serie ›Land ohne Eltern‹, in der sie die Lebenssituation von moldawischen Arbeitsmigranten in Italien und ihrer in der Heimat zurückgelassenen Kinder beschreibt, sowie erste Bilder aus ihrer neuen Arbeit aus der Republik Moldova.

Die Ausstellung ist Teil von OFF//FOTO 2016. Wir danken der Firma Sihl für das tolle Satin Baryta Paper 290.

Hin und her gerissen zwischen der Europäischen Union und Russland ist die Republik Moldova, ähnlich wie die Ukraine, ein Spielball geopolitischer und ökonomischer Interessen Moskaus und Brüssels. Der Strukturwandel vollzieht sich seit dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums nur schleppend, allen voran bedingt durch den Krieg und der daraus resultierende Abspaltung Transnistriens sowie durch staatliche Korruption und organisierte Wirtschaftskriminalität. Die Republik gilt mit 180 Euro monatlichem Durchschnittslohn als ärmstes Land Europas. Auf den ersten Blick ist die Not nicht zu sehen, denn große Geländewagen fahren durch die Straßen der Hauptstadt und im Zentrum schießen neue Wohnblöcke in die Höhe. Doch den Reichtum teilen sich nur einige wenige vermögende Gefolgsleute der politischen Eliten. Bei genauerem Hinsehen entdeckt der Besucher alle jene Defizite, die kennzeichnend sind für ein Land in einem stagnierenden
Transformationsprozess.

In ruhigen, manchmal skurrilen, aber beinahe zärtlichen Beobachtungen dokumentiert Diefenbach den ländlichen Lebensraum, der westlich geprägten Zivilisationsmenschen wie eine Idylle erscheinen muss, in der die Zeit stehen geblieben ist.

Andrea Diefenbach (*1974) arbeitet seit dem Studium an der FH Bielefeld als freie Fotografin und hat u. a. in Brigitte, Brand Eins, Geo, stern, Neon, Die Zeit, SZ-Magazin, Du veröffentlicht. “Land ohne Eltern”, ausgezeichnet mit dem Dokumentarfotografie-Förderpreis der Wüstenrot Stiftung, ist ihr zweites Buch nach “SPID. Aids in Odessa” (2008).