Sibylle Feucht Interface Error

Sibylle Feucht Interface Error

Vernissage:  Freitag 04.03. & Samstag 05.03.2016 ab 20 Uhr

Ausstellung bis 29.04.

Öffnungszeiten:       Mi & Do   14 – 19 Uhr // Fr   20 – 02 Uhr

Sibylle Feucht
Interface Error

Interface Error, Schnittstellen-Fehler, bezeichnet das nicht optimale Ineinandergreifen Zweier Systeme. Bei den Arbeiten Interface Error | Narcissuses und Interface Error | Rabbits bezieht sich der Fehler auf die Schnittstelle zwischen dem System Zivilisation und dem System Natur.

Beide Arbeiten, die miteinander verbunden sind, enstanden auf der deutschen Nordseeinsel Norderney. Rund 85% der Inselfläche gehören heute zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und sind entsprechend geschützt.

Die Zivilisation hat bereits um 1620 Kaninchen auf Norderney ausgesetzt damit die damaligen Landesherren und Adeligen etwas zum Schiessen hatten. Nachdem Norderney als Destination für den Adel und vermögende Kurgäste in Vergessenheit geriet konnte sich die Hasenpopulation nach Lust und Laune und ohne natürliche Feinde vermehren, so dass 2010 ca. 30‘000 Tiere gezählt werden konnten. Unterschiedliche Konzepte die Population, die allgegenwärtig ist und die Deiche untertunnelt, zu dezimieren sind bisher gescheitert.

Beim Spaziergang über die Insel sind tote Hasen auf Schitt und Tritt an zu treffen. Dahingerafft durch die Hasenseuche Myxomatose oder in der Nacht angefahren von den wenigen Autos. Der durch die riesige Hasenpopulation hinterlassene Kot fungiert als Dünger und lässt neben Moosen auch verwilderte Vorgarten-Narzissen in den Sanddünen wachsen, wo sie eigentlich nichts verloren haben.

SNAFU #1 and SNAFU #2
Wandinstallation, Kunststoffperlen, verschmolzen, 2015
SNAFU steht für Situation Normal, All Fucked Up und kommt ursprünglich aus dem militärischen Slang, vermutlich geprägt während des Zweiten Weltkriegs im United States Marine Corps, wird aber auch den britischen Truppen zugesprochen (s. wikipedia, military slang).
In Hacker-Kreisen wird unter dem SNAFU-Prinzip verstanden, dass Entscheidungsträger kontinuierlich und zunehmend den Zugang zur Realität verlieren, da Untergebene i.d.R. eher dazu tendieren ihren Vorgesetzten angenehme Lügen zu erzählen als die eventuell unangenehme Wahrheit, was eine zentrale These des so genannten Discordianism ist (s. www.jargon.net).

Sibylle Feucht
*1968 in Kaufbeuren (D), lebt und arbeitet seit 2010 in Bonn (D) als freischaffende Künstlerin, vorher in Basel (CH). Biologiestudium Biozentrum Basel, Diplomarbeit an der University of California, Los Angeles (UCLA); Kunststudium an der F+F Schule für Kunst und Neue Medien, Zürich (www.ffzh.ch); Executive Master in Design | Art + Innovation, Hochschule für Gestaltung und Kunst, Basel (www.fhnw.ch/hgk).
Einzel- und Gruppenausstellungen in der Schweiz und im Ausland; Werkankäufe durch Institutionen und private Sammler; Atelierstipendien u.a. Cité des Arts, Paris und Rotterdam (Internationaler Atelier Austausch der Christoph Merian Stiftung, www.iaab.ch).

Gründung und Leitung des Projektraumes Das Esszimmer – Raum für Kunst+ (www.dasesszimmer.com) in Bonn (D).