The 4th Supper Dietmar Eckell

The 4th Supper Dietmar Eckell

In Kooperation mit zeitraumexit zeigt Strümpfe – The Supper-Artclub in beiden Offspaces eine außergewöhnliche Ausstellung des Fotografen Dietmar Eckell, die nun das erste Mal in Deutschland kuratiert gezeigt wird.

Vernissagen:  

Freitag 15.05. ab 19 Uhr bei zeitraumexit

Samstag 16.05. ab 20 Uhr bei Strümpfe – The Super-Artclub

Die Ausstellung ist bis zum 21.06. zu den an den jeweiligen Orten üblichen Zeiten, sowie nach Vereinbarung geöffnet.

Am 17.05., um 17 Uhr findet bei zeitraumexit ein Künstlergespräch mit Dietmar Eckell statt.

DIETMAR ECKELL RESTWERT

Der Fotograf Dietmar Eckell beschäftigt sich mit dem ‘Restwert’ von verlassenen Objekten im Nirgendwo. Ihn interessiert was am Ende bleibt:
Geschichten, Erinnerungen, die Schönheit des Verfalls. Im Dualismus von Natur und Kultur dominiert bei ihm die Natur: die Kultur-Relikte sehen verloren aus in der weiten Landschaft und ihr Zustand verdeutlicht die Vergänglichkeit all unseres Schaffens. Eckell durchstöbert die einsamen Ecken dieses Planeten auf der Suche nach Vergessenem und verewigt es in grossformatigen Fotografien. Aus Abgeschriebenen wird so etwas Neues.

In seiner aktuellen Serie ‘Happy End’ sind es Flugzeuge, die im Nirgendwo notlanden mussten. Wie durch ein Wunder überlebten alle den Absturz und wurden gerettet. Das ‘Happy End’ als Neuanfang. Die Flugzeuge liegen seit Jahrzehnten unberührt in weiten Landschaften – von der Natur überwuchert, im kollektiven Gedächtnis überlagert. Es geht ihm nicht um Flugzeugwracks, deren Bergung sich nicht lohnt, sondern um die surreale Schönheit dieser Welt. Es geht um heldenhafte Piloten, um das Glück der Passagiere, um die Relativität von Zeit & Raum und um den letzten Frieden in weiter Natur.

‘Lost Tracks’ sind verlassene Eisenbahnstrecken – einst der Stolz von Nationen und mit grossem finanziellen und menschlichen Einsatz gebaut, ruhen sie nun in weiter Landschaft und werden von der Natur zurückerobert.

‘Olympic Spirit’ sind verfallene Olympia Wettkampfstätten. Für wenige Tage waren sie im Zentrum der Weltaufmerksamkeit, heute ‘kämpfen’ sie nur noch gegen die Natur.

‘RIP’ sind Relikte des (Kalten) Krieges. Früher streng geheim sind sie in den 90er Jahren verlassen und abgeschrieben worden. Ost und West – gut oder schlecht – der Fotograf kritisiert nicht, sondern will den Betrachter anregen, sich mit diesen Randgeschichten zu beschäftigen.

‘Faithless’ sind verlassene Glaubensstätten. Ob eine koloniale Kirche im vietnamesischen Urwald, eine orthodoxe Kirche in einem japanischen Freizeitpark oder eine geflutete Kirche in Transsilvanien – nicht der Glauben ging verloren, sondern die Geschichte machte sie überflüssig.

Dietmar Eckell (geb.1967) wuchs in der Pfalz & USA auf und fing im Alter von 14 Jahren an mit der Zeiss Ikon seines Vaters zu fotografieren und in der Dunkelkammer zu Vergrößern. Der Autodidakt sammelte in 25 Jahren auf ausgedehnten Reisen in 80 Ländern seine fotografischen Erfahrungen. Seine frühen schwarz-weiss Bilder zeigen leere Landschaften der Sahara. Dort fand er auch die ersten verlassene Objekte im Nirgendwo, deren morbide, verlorene Schönheit ihn faszinierte. Ein mehrjähriger Aufenthalt in Kalifornien mit seinen Wüsten voller Zivilisationsschrott setzte den Anfang einer systematischen Auseinandersetzung mit dem Thema ‘Restwert’. Er suchte in den weiten Landschaften des Westen nach ‘mobile homes’, die verlassen in der Endlosigkeit ruhen.
Teilweise fotografierte er diese mit Hilfe eines motorisierten Paragliders und bei einem dieser Shootings brachte eine Turbulenz den Glider ins trudeln mit Crash-Landung. Bei der Genesung im Krankenhaus kam Eckell die Idee im Internet nach Flugzeugabstürzen mit ‘happy end’ zu recherchieren. Er fand faszinierende Geschichten und machte sich auf die dreijährige Suche nach 15 Flugzeugen von Alaska bis Papua-Neuguinea.

Eckell hat 18 Jahre im Konsumgütermarketing gearbeitet in Europa, USA und Südostasien. 2010 hat er seine Position als GM Südostasien für Schwarzkopf & Henkel gekündigt, um mehr Zeit für die Fotografie zu haben. Wenn er nicht auf Reise ist lebt er in Bangkok.