Vernissage:  Freitag 09.05.2014 ab 20:00 Uhr

Ruth Hutter – Video & Fotografie

Ruth Hutters zentrales Thema ihrer Video- und Fotoarbeiten istder menschliche Körper mit dessen Veränderbarkeiten, sowie Vergänglichkeiten.

Die Körper sind hier oft Zustandsbeschreibungen des Inneren – die zerrissene, gespaltene oder auch verstümmelte Seele zeigt sich in genau diesem Gewand – entstellt, verletzt und nie zusammengehörig.

Die Sehnsucht nach ewiger Jugend, Schönheit und Unsterblichkeit erleben wir hier in grotesker Form und erleben durch diese Visualisierung den Schrecken der Emotion – letztlich schafft es Ruth Hutter mit ihren Arbeiten einen Teil der Seele sichtbar zu machen.

Zur gezeigten Videoarbeit „Bodything 5“ schreibt Carolin Ellwanger:

Ein schlafender Adonis, dessen Haupt schwer auf seinem rechten Oberarm ruht. Der erschöpfte, sichtbar ermattete Körper, ist in die weichen Haare eines Felles gesunken, das über einen Vorsprung gelegt ist, der dem Jüngling als Schlafstätte dient. Ein friedlicher Moment.
Ein Hintergrundrauschen ist zu hören. Die nackte Brust hebt und senkt sich. In der rechten, unteren Bildecke erscheint eine Hand, deren ausgestreckter Zeigefinger sich beharrlich zwischen die Rippen des Schlafenden zu bohren beginnt. Ein schmatzend, kratzendes Geräusch begleitet das hartnäckige Bohren des Fingers, der der ruhig atmenden Brust schließlich eine Wunde zufügt. Die Hand zieht sich zurück, die gleichmäßige Atmung des Schlafenden ist durch das Heben und Senken des verwundeten Rippenbogens weiter sichtbar.
Wie von verborgen heilender Hand, schließt sich die offene Stelle in der nächsten Sekunde wieder. Abermals erscheint in der rechten, unteren Bildecke eine Hand, ein ausgestreckter Zeigefinger schiebt sich erneut zwischen die Rippen des Schlafenden…
„Bodything 5“ titelt die Videokünstlerin Ruth Hutter ihre aktuelle Arbeit. Das im Loop gezeigte Video ist eine humorvolle Bearbeitung eines ikonographischen Sujets, die beim Betrachter bekannte Bilder hervorruft: Bohrt hier ein „ungläubiger Thomas“ seinen Finger gnadenlos in die immer gleiche Wunde? Diese forschende Hand jedoch spürt nicht ungläubigen Augen nach, sondern verletzt selbst und durchdringt hartnäckig die weiche Haut einer nackten Brust.
Ist Ruth Hutters „Bodything 5“ eine Allegorie auf die „Wunden des Lebens“, die heilen und doch immer wieder neu entstehen?
Welche Assoziationen Ruth Hutter dem jeweiligen Betrachter entlocken mag, mit „Bodything 5“ ist eine zeitlos, ironisch-versöhnliche Arbeit entstanden, die schlicht durch ihre spielerische Einfachheit bezwingt.

Ruth Hutter

Vernissage:    Freitag 09. & Samstag 10.05.2014  Lounge & Drinks

Jeweils 20:00 – 02:00 Uhr