THE 5TH SUPPER 2010

THE 5TH SUPPER 2010

UWE SCHRAMM – Fotografie

RICHARD SCHIMANSKI – Malerei/Objekte

VERNISSAGE: 07. & 08.05.2010

Ab 20 UHR

Uwe Schramm

Fotografie

geboren 1945 in Leipzig.

Ende der 50er Jahre kehrte meine Familie aus den sattsam wohlbekannten Gründen der DDR den Rücken. 1973 begann ich meine Werber-Laufbahn als Junior Art Director bei TBWA in Frankfurt. Danach war ich als Art Director für diverse internationale und nationale Werbeagenturen tätig. Nach über 10 Jahren machte ich mich selbständig und gründete die Designagentur CDS mit den Schwerpunkten Corporate Design, Graphic Design und Packaging Design.

Die Arbeit für meine kommerziellen Kunden war zwar intensiv und zeitaufwändig, aber mein Interesss ging über die Produkte von Design hinaus. Ich hatte immer den Wunsch, etwas zu machen, das meinen eigenen Bedürfnissen und Maßstäben nach visuellem Ausdruck entspricht. Mir ging es darum, die Dinge anders zu sehen als in der Werbung, wo Visualisierungen sich an den Vorgaben des Marketings zu orientieren haben: Für Wen, Warum, Wozu, Wo und Wann. Mich interessiert bis heute aber vor allem das Was und Wie.

Scheuklappen öffnen, so kann man plötzlich sehen, dass da noch mehr ist, was man noch nicht gesehen hat – von sich selbst und von der Welt. Die Fotografie ist für mich das ideale Medium, weil sie eine sehr intensive bildliche Fokussierung ermöglicht, um eine Botschaft zu transportieren. Mein Ziel ist es, reduzierte Formen und Motive zu finden, die auf den Betrachter gewissermaßen einen wie auch immer unterschwelligen Zwang ausüben, sich mit dem jeweiligen Bild auseinanderzusetzen.

Das vermeintlich Bekannte soll durch meine Fotografie eine Aura der Fremdheit hinzu gewinnen, die den abgebildeten Gegenstand in einem neuen Licht erscheinen lässt und das Auge des Betrachters zu einem neuen oder besser noch: neugierigen Blick verführt. Das Ergebnis ist eine andere Sicht der Dinge, die nicht so sehr vom jeweils dargestellten Objekt, sondern dem individuellen Blick auf ihn herrührt.

www.uwe-schramm.de

Richard Schimanski

Objekte/Grafik

Der Künstler Richard Schimanski öffnet sich mit diesen Arbeiten einer für ihn neuen Gattung der Bildenden Kunst: der Eat-Art. Aber anders als Daniel Spoerri, der diesen Begriff in den 1960er Jahren geprägt hatte, versucht Schimanski dieses Thema auf seine Art zu bewältigen. Zu sehen sind die die Helden des Fastfoodalltags des Nachkriegsdeutschland: die Currywurst, die Bratwurst, die Schweinshaxe und immer wieder in verschiedenen Ausführungen Verpackungen in denen sich einmal Jägerschnitzel mit Pommes oder Nudeln mit Hühnerfleisch und Gemüse befunden haben. Dabei werden diese unterschiedlichen Objekte immer in den Mittelpunkt der Arbeit erstellt; der Künstler erhebt sie somit zum Kunstwerk und lässt sie sprechen.
Bratwürste werden als Betonplastiken gezeigt, grau und ungenießbar treten sie dem Betrachter gegenüber. Mit der Bratwurst kann also folglich nicht mehr wie normal umgegangen werden. Sie verliert dadurch ihren „Zeugcharakter“. Richard Schimanski hat sie aus ihrem Zusammenhang isoliert und ihr durch die Art der künstlerischen Umsetzung etwas Monumentales gegeben: Er macht sie somit zum Ding, zu dem was sie eigentlich ist.
Im Moment des Endeckens dieser Betonplastik erfolgt ein Innehalten und die Frage: „Was, das ist doch eine Bratwurst? So etwas ist es doch gar nicht wert, dass man es künstlerisch umsetzt.“
Richard Schimanski widmet sich aber je schon genau diesen Zeugen des Alltags, die jeder eigentlich übersieht oder sie, ohne ihnen wirkliche Beachtung zu schenken, einfach nur gebraucht. Alles, egal ob es Häuser, Eimer, Kisten oder Essen ist, der Künstler betrachtet sie als Ding und erhebt sie, vielleicht etwas auch in der Tradition von Marcel Duchamp zum Kunstwerk.

Carolin Bollinger

www.richardschimanski.de

Vernissage:    Freitag 07. & Samstag 08.05.2010  Lounge & Drinks
Midissage :     Freitag 14. & Samstag 15.05.2010  Lounge & Drinks
Finissage:       Freitag 21. & Samstag 22.05.2010  Lounge & Drinks
Beginn: Fr & Sa, jeweils 20.00 Uhr – 02.00 Uhr
Unter der Woche nach Vereinbahrung